Der sekundäre Krankheitsgewinn oder lohnt es sich überhaupt gesund zu werden?

Ich habe hier mal kurz den sekundären Krankheitsgewinn angesprochen.

Aber was ist denn der sekundäre Krankheitsgewinn?

Stelle Dir mal als Beispiel vor, dass ein Kind krank wird. Es ist also krank geworden und bekommt jetzt eine geballte Ladung an Aufmerksamkeit und Zuwendung. Es wird gestreichelt und geknuddelt, das Essen oder der Tee wird ihm ans Bett gebracht, vielleicht bleibt deswegen sogar die Mutter zu Hause, es wird ihm vorgelesen und es darf Fernsehen zu Zeiten, an dem es sonst in der Schule ist.

Könnte es sein, dass ein Kind, das sonst um Zuwendung kämpfen muss, sich vielleicht überlegt, dass es eigentlich fast cooler ist, krank zu sein, als gesund? Weil es endlich die Zuwendung oder Aufmerksamkeit erhält, welches es sich wünscht.

Beim sekundären Krankheitsgewinn ist die Motivation gesund zu werden also kleiner, als die Vorteile, die die Krankheit mit sich bringt.

Natürlich sind nicht nur Kinder davon betroffen. Und bei vielen Menschen läuft dies  auch unbewusst ab. Sie sabotieren sich so selbst, ohne es überhaupt zu wissen.

Dies kann ich bei Coachings ab und zu feststellen. Denn bevor ich mit meinem Klienten arbeite, teste ich durch, ob er sich unbewusst sabotiert und sich eigentlich wohl fühlt, wo er ist. Ist dies der Fall, muss zuerst diese Blockade beseitigt werden. Ansonsten kann der Klient und ich als Coach machen, was wir wollen – wir kommen zu keinem Ergebnis.

Wenn Du manchmal das Gefühl hast, Du stehst Dir selber im Weg, dann würde es sich lohnen mal zu testen, ob bei Dir ein sekundärer Krankheitsgewinn vorliegt.

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