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Der sekundäre Krankheitsgewinn oder lohnt es sich überhaupt gesund zu werden?

Freitag 18. September 2009 von Joe Taugwalder

Ich habe hier mal kurz den sekundären Krankheitsgewinn angesprochen.

Aber was ist denn der sekundäre Krankheitsgewinn?

Stelle Dir mal als Beispiel vor, dass ein Kind krank wird. Es ist also krank geworden und bekommt jetzt eine geballte Ladung an Aufmerksamkeit und Zuwendung. Es wird gestreichelt und geknuddelt, das Essen oder der Tee wird ihm ans Bett gebracht, vielleicht bleibt deswegen sogar die Mutter zu Hause, es wird ihm vorgelesen und es darf Fernsehen zu Zeiten, an dem es sonst in der Schule ist.

Könnte es sein, dass ein Kind, das sonst um Zuwendung kämpfen muss, sich vielleicht überlegt, dass es eigentlich fast cooler ist, krank zu sein, als gesund? Weil es endlich die Zuwendung oder Aufmerksamkeit erhält, welches es sich wünscht.

Beim sekundären Krankheitsgewinn ist die Motivation gesund zu werden also kleiner, als die Vorteile, die die Krankheit mit sich bringt.

Natürlich sind nicht nur Kinder davon betroffen. Und bei vielen Menschen läuft dies  auch unbewusst ab. Sie sabotieren sich so selbst, ohne es überhaupt zu wissen.

Dies kann ich bei Coachings ab und zu feststellen. Denn bevor ich mit meinem Klienten arbeite, teste ich durch, ob er sich unbewusst sabotiert und sich eigentlich wohl fühlt, wo er ist. Ist dies der Fall, muss zuerst diese Blockade beseitigt werden. Ansonsten kann der Klient und ich als Coach machen, was wir wollen – wir kommen zu keinem Ergebnis.

Wenn Du manchmal das Gefühl hast, Du stehst Dir selber im Weg, dann würde es sich lohnen mal zu testen, ob bei Dir ein sekundärer Krankheitsgewinn vorliegt.

Lebe Dein Leben

Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 18. September 2009 um 09:00 und abgelegt unter Allgemeines, Blockaden. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

2 Kommentare über “Der sekundäre Krankheitsgewinn oder lohnt es sich überhaupt gesund zu werden?”

  1. Silvia schrieb:

    Sabotieren wir uns nicht tagtäglich?
    Nicht nur mit dem sekundären Krankheitsgewinn sondern auch mit unserem Streben nach Anerkennung, Erfolg, Selbstverwirklichung, Wissen etc., alles Dinge die wir im Aussen suchen. Wir machen uns abhängig davon, weil wir “denken” wir brauchen diese Erlebnisse für unser gutes Gefühl und genau damit bauen wir Mauern um uns und grenzen uns doch in unserer Freiheit ein, eine künstliche Sicherheit wie Geld, die uns Angst macht, wenn wir sie verlieren. Wir füllen unser Herz mit Dingen aus dem Kopf.
    Ich sage nicht, dass schöne Dinge, Erlebnisse und Gefühle schlecht sind, auch ich bade gerne darin. Sondern, ich hoffe dem Ziel immer näher zu kommen, a l l e Erfahrungen in einem zeitlosen Zustand zu fühlen, also ohne zu werten und vergleichen, ohne Definition von ich, einfach sein und trotzdem am Boden bleiben.
    Das Denken etwas weniger gewichten und mehr gewahr sein.
    Übrigens, es gibt zwei tolle Bücher die sich mit diesem Thema befassen: “Jetzt! Die Kraft der Gegenwart” von Eckhart Tolle und “Über die Liebe” von Krishnamurti.

  2. Joe Taugwalder schrieb:

    Hi Silvia
    Danke für Deinen schönen Beitrag und die Büchertipps.
    Wie recht Du hast. Ich finde auch, dass wir oft zuerst im Aussen aufräumen wollen, bevor wir nach Innen gehen (wenn überhaupt!). Ich erwische mich immer wieder, wie ich das Aussen verändern will oder wieder in der Zukunft oder der Vergangenheit lebe. Aber die guten Gefühle und das Leben ist nun mal im Jetzt. Und wie ich mich fühle, das spiegle ich in meine Aussenwelt. Darum ist es doch so wichtig, immer wieder mal inne zu halten.

    Liebe Grüsse

    Joe

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